Das „Hermann-Phänomen“
Ausschnitt aus der Tri-Time 3/2009, Artiekl Hermann AschwerMaßvoll, moderat und mit viel Spaß
von Klaus Arendt (TriTime, Ausgabe 3/09)

„Für mich ist siegreich nicht gleich auch erfolgreich! Erfolgreich ist mehr als siegreich! Erfolgreich ist umfassender, ganzheitlich zu betrachten.
Erfolgreich ist jeder Athlet, der seinen Sport mit Spaß ausübt, sich auf Wettbewerbe gut vorbereitet und dabei sein individuelles Umfeld integriert, nicht ruiniert! Denn was nützt mir im Sport der Sieg, wenn ich meinem Beruf und meine Familie gleichzeitig ruiniere?
Bei einem Triathlon können nur wenige siegreich sein, eben diejenigen, die als Erste in ihrer Altersklasse über die Ziellinie laufen. Erfolgreich ist für mich jeder - auch der letzte Teilnehmer eines Triathlons - wenn er sich gut vorbereitet hat und zudem noch mit Spaß finished.“

Der Finisher-Gedanke ist für Hermann Aschwer weder Worthülse noch eine „schnell dahergesagte Redewendung“. Der Begriff „finishen“, der von der Triathlonbewegung in den Mittelpunkt der sportlichen Herausforderung gestellt wurde, fasziniert ihn seit seinem ersten Triathlon 1983. Heute ist dieser Begriff aus der gesamten Ausdauerbewegung nicht mehr wegzudenken. Für Aschwer ist diese Fokussierung auf das „Finshen“ der größte Verdienst des Triathlons. Ähnlich sehen es wohl auch die Zuschauer, die gerade bei den Langdistanzrennen die „Last-minute-Finisher“ für ihre sportliche Leistung besonders würdigen. Aschwer geht es bei seinen Büchern um mehr als „schnöde“ Pulswerte, Trainingskilometer, Wettkämpfe der erzielten Bestzeiten. Für ihn besitzt ein Mensch mindestens drei Leben: Privatleben, Berufsleben, Sportlerleben. Und da mehr als 99,99 Prozent der aktiven Triathleten mit ihrem Hobby nicht ihren täglichen Lebensunterhalt verdienen, sollte der Sport in erster Linie neben der Gesundheit auch die Lebensqualität und das Lebensgefühl steigern. Eine ausgeglichene Work-Life-Balance sowie ein familien- und partnerfreundliches Training stehen führ ihn dabei an alleroberster Stelle. Auch wenn in unserer Gesellschaft fast ausschließlich die Erfolgreichen im Rampenlicht stehen und sich viele über Platzierungne und Bestzeiten identifizieren, muss es nicht immer „schneller, weiter, höher“ heißen. weiter (PDF).