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Hermann Aschwer
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Ironman Hawaii 2005: Aschwer berichtet aus Kailua-Kona Drucken E-Mail
Schwimmen beim Ironman Hawaii - Foto Hermann AschwerHawaii, 15. Oktober 2005. Ob als Teilnehmer oder als Zuschauer, für jeden, der den Ironman-Hawaii direkt erlebt, ist dieser Wettbewerb ein besonderes Highlight. Nachdem ich dreimal gefinisht und mehrfach nur als mittelbar Beteiligter diese Ironmanweltmeisterschaften erlebt habe, freue ich mich besonders über den Sieg von Faris Al-Sultan aus München. Dieser sympathische Sportsmann hat sich seinen ersten Sieg auf Hawaii redlich verdient.
Ich glaube, es war für den 27-jährigen Triathleten nicht der letzte Sieg auf Hawaii.
Näheres zum sportlichen Geschehen auf Hawaii – siehe folgender Artikel aus dem Ausdauermagazin CONDITION 12/2005.

27-jähriger Faris Al-Sultan erfüllt sich mit Ironman-Sieg Lebenstraum - Generationswechsel bei den Deutschen Ironman-Athleten

„Ich bin erst 27 und habe keine Ziel mehr“, so der Münchener Faris Al-Sultan nach seinem überragenden Sieg beim Ironman Hawaii nach 8:14:17 Stunden. Für Insider war der dritte Sieg eines deutschen Triathleten nach Thomas Hellriegel 1997 und Norman Stadler im Vorjahr keine große Überraschung. Hat er sich doch in den letzten beiden Jahren kontinuierlich gesteigert. Nach Platz sieben im Jahre 2003 und Rang drei im Vorjahr nun der grandiose Sieg. Für die amerikanische Fachpresse wurde der dreimalige Titelträger aus Kanada, Peter Reid, als großer Favorit angesehen, vor Norman Stadler aus Mannheim dem souveränen Vorjahressieger und Ironman-Germany-Sieger 2005. Faris Al-Sultan wurden nur Außenseiterchancen eingeräumt. Im Rennen selbst zeigte sich Al-Sultan als der kompletteste Athlet aller Ironman Hawaiisieger. Als dritter in 49:54 Minuten aus dem Wasser, als zweiter nach 4:25:24 h vom Rad und schließlich als erster von der Marathonstrecke. Gleichmäßiger geht es nicht. Noch nie ist ein Hawaiisieger unter 50 Minuten aus dem Wasser gekommen und noch nie ist ein Hawaiisieger so schnell radgefahren wie Al-Sultan, nämlich 4:25:24 h. Auf dem Rad war an diesem sehr heißem, aber mit wenig Wind bedachten 15. Oktober, nur einer schneller, der Däne Torbjorn Sindball mit 4:21:36 h. Dies war die schnellste Radzeit, die in den bisherigen 29 Rennen überhaupt je gefahren wurde. Übrigens musste der Däne, der mit zwei Minuten Vorsprung vor Al-Sultan auf die Marathonstrecke ging, für seine Radbestzeit bitter büßen. Er wurde noch bis auf Platz 69 durchgereicht.

Vor allem während des Marathonlaufes mussten die Deutschen um den Sieg des Müncheners zittern. Allgemein wurde erwartet, das der

Faris Al Sultan beim Marathon des Ironman Hawaii - Foto Hermann Aschwer
Faris Al Sultan
schnellste Läufer im Feld, der Kanadier Peter Reid als bereits dreifacher Titelträger seine in der Vergangenheit gezeigte Laufleistung nun vollends ausspielen würde. Bereits im Vorjahr hatte Reid den Deutschen nur einen Kilometer vor dem Ziel noch durch seine Superlaufzeit von 2:46 h von Platz zwei abfangen können. Mit diesem Trauma musste dann auch Faris Al-Sultan bis kurz vor Erreichen der Ziellinie leben. Doch bereits auf den ersten Laufkilometern, als der Deutsche die Führung von dem Dänen übernommen hatte, zeigten sich auch bei dem Kanadier erste Ermüdungserscheinungen. Offensichtlich hatte er doch auf dem Rad „zu viele Körner verbraucht“ um Al-Sultan zu gefährden. Reid, der im letzten Jahr seinen 23-Minuten-Rückstand nach dem radfahren noch auf zehn Minuten verkürzen konnte, wollte sich beim radfahren auf keinen Fall wieder solch einen großen Rückstand einhandeln, um dann sich bei seiner Paradedisziplin - dem Laufen - den Sieg zu sichern. Daher rechneten auch fast alle Experten damit, das Ried die fünf Minuten auf den Dänen Sindballe und die dre Minuten auf Al-Sultan wettmachen würde.

An diesem 15. Oktober 2005 war alles anders. Al-Sultan überholte den Dänen nach fünf Kilometern und vermochte gleichzeitig Reid auf Distanz zu halten. Was auch der Kanadier versuchte, der Deutsche konterte direkt und ließ durch seinen beherzten Lauf erkennen, dass er an diesem Tage der Stärkere ist. Selbst nur einen Kilometer vor dem Ziel (siehe obiges Foto) war Faris noch nicht von seinem Sieg überzeugt, erst die Ziellinie brachte die endgültige Gewissheit über den verdienten Sieg des Bayern. Reid musste schließlich auch noch den stürmisch nach vorn drängenden Neuseeländer Cameron Brown den zweiten Platz in 8:19:36 h gegenüber 8:20:04 h überlassen.

Wie ausgeglichen es mittlerweile weltweit auf der Ironmanstrecke zugeht, zeigt folgende Bilanz. Auf den ersten zehn Rängen bei den Männern waren neun unterschiedliche Nationen vertreten, nur Deutschland stellt zwei Vertreter.

Mit dem Sieg des Müncheners, der einen irakischen Vater und eine deutsche Mutter hat und an der Münchener Uni Geschichte und Kultur des Nahen Osten studiert, könnte sich ein Generationswechsel bei den deutschen Elite-Ironmen abzeichnen.

Bei den anderen deutschen Mitfavoriten lief es diesmal nicht wie gewohnt.

Der Vorjahressieger Norman Stadler erlitt in der Lavawüste zwei Raddefekte und stieg entnervt aus. Thomas Hellriegel erreichte als 42. nach 8:56:55 h das Ziel vor Olaf Sabatschus als 43. in 8:57:06 h. Lothar Leder fiel durch eine 3:25 h Laufzeit bis auf Platz 85 zurück, Alex Tauber, der im letzten Jahr unmittelbar hinter Faris Al-Sultan als Vierter das Ziel in Kailua-Kona erreichte, kam diesmal auf Rang 88 ein. Der letztjährige Achte, Timo Bracht, kam auf Rang 45 in 9:02:33 h ins Ziel.

Jürgen Zäck stieg bereits nach wenigen Radkilometern aus. Er, der 40-jährige Topathlet, der auf mich einen Tag vor dem Rennen einen völlig austrainierten Eindruck machte, berichtete mir von seinen mentalen Problemen, sich auf Hawaii einzustellen. Verständlich, wenn man sich als Profi 17 Jahre lang, Jahr für Jahr intensiv immer wieder auf den gleichen Wettkampf vorbereitet.

Ein neues Gesicht auf der Ironmanstrecke, war der Olympiazweite von Sydney, Stefan Vuckovic. Er absolvierte bereits vor sechs Wochen erfolgreich den Ironman Kanada und qualifizierte sich dort für seinen ersten Start auf Hawaii. Er deutete an, dass auch in Zukunft mit ihm auf der Langstrecke zu rechnen ist, nachdem er ja bislang die olympische Distanz sehr erfolgreich bestritten hat. Mit sehr gleichmäßigen Top-Leistungen von 52:11 min, 4:36:56 h und 2:56:39 h stellte er unter Beweis, dass er auch auf der Ironmandistanz zu den Topathleten zählt. Gerade von ihm als Kurzstreckler hätte man fast erwarten können, dass er Problem auf der letzten Distanz, dem Marathonlauf bekommt. Weit gefehlt, er zeigte eindeutig als Zehnter im Gesamteinlauf in 8:29:35 h, dass ihm die neue Herausforderung Ironman vollends gelungen war.

Unter den besten 20 Profis waren auch der Schweizer Stefan Riesen in 8:38:49 h (1:02/ 4:30/ 3:00) als 16. und der sehr zufriedene Norbert Langbrandtner aus Österreich als 19. Langbrandtner, der beim Ironman in Klagenfurt am 3. Juli in 8:24 h Zweiter geworden war, konnte seine starke Form in 8:42:42 h bestätigen. Seine Einzelzeiten: 54:54 min/ 4:35 h/ 3:04 h.

Dramatische Entscheidung im Rennen der Frauen
Bei den Frauen verlief das Rennen noch dramatischer als bei den Männern. Lagen doch im Ziel nur ganze fünf Minuten zwischen den ersten vier Frauen. Erst wenige Kilometer vor dem Ziel konnte die nunmehr sechsfache Hawaiisiegerin Natascha Badmann aus der Schweiz ihre lange führende Konkurrentin, die mehrfache Weltmeisterin auf der olympischen Distanz, Michellie Jones, ein- und überholen. Schließlich siegte die 38-jährige Schweizerin in 9:09:30 h knapp vor der für die USA startenden Jones in 9:11:51 h. Nur wenige Sekunden dahinter die Dritte, die Amerikanerin Major Kate, in 9:12:39 h. Vierte dann die Neuseeländerin Joanna Lawn in 9:14:53 h vor der Olympiasiegerin aus Athen, der Österreicherin Katherine Allen, in 9:22:08 h und der besten deutschen Katja Schumacher aus Heidelberg in 9:27:54 h.

Sonnenaufgang vor dem Hawaii-Start Die überragende Athletin der letzten Jahre, die stets bestens gelaunte und fröhlich wirkende Schweizerin Natascha Badmann, ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als Ihr Rückstand auf die bis dahin führende Michellie Jones, vor dem Laufen mehr als zehn Minuten betrug. Vielleicht hatte sie darauf gehofft, dass die bislang eher auf die Kurzstrecke ausgerichtete Weltmeisterin während des 42,195 km langen Marathonlaufs ihre Probleme bekommt. Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks schob sich die amtierende Ironman-Weltmeisterin während des Laufes immer näher an die Führende heran. Fünf Kilometer vor dem Ziel war es dann soweit. Natascha Badmann lief unaufhaltsam ihrem sechsten Ironman-Weltmeistertitel entgegen. Jones wurde noch bedrängt durch die schnellste Läuferin des Tages, Kate Major die den Marathon in tollen 3:02:19 h zurücklegte.

Die Faszination Ironman Hawaii
Während die knapp 200 Profis bereits um 6:45 Uhr, kurz nach Sonnenaufgang, auf ihre 3,86 km lange Schwimmstrecke geschickt wurden, konnten die Medien und die vielen tausend Zuschauer den Start der 1600 Altersklassenathleten kaum erwarten.

Schwimmstart Ironman Hawaii - Foto Hermann Aschwer
Massenstart
Der spektakuläre Massenstart erfolgte dann um sieben Uhr im 28 Grad warmen Pazifischen Ozean. Trotz einer breiten Startfront wurde es schon sehr, sehr eng bei den 3200 Armen und 3200 Beinen, die gleichzeitig auf den großen Rechteckkurs geschickt wurden. Mehrere Hubschrauber und ein Heer von Helfern auf Surfbrettern begleiteten die Teilnehmer aus 50 Nationen hinaus aufs Meer. Selbst bei Insidern, die mehrfach diese Startphase erlebt haben, hinterlassen die Momente kurz vor und nach dem Start immer wieder eine Gänsehaut. Eine unbeschreibliche Anspannung bei allen direkt und indirekt Beteiligten. Nur zu gut weiß jeder im Publikum, welcher Trainingsaufwand von den sich nun im Wasser befindlichen Athleten allein in den letzten zwölf Monaten geleistet worden ist. Ganz zu schweigen vom finanziellen Aufwand. All diese Altersklassenathleten starten ohne Aussicht darauf, auch nur einige Dollar von den insgesamt ausgelobten 580.000 US-Dollar Preisgeld zu erhaschen. Diese gesamte Preisgeldsumme wird lediglich unter den zehn besten Profifrauen und Profimännern aufgeteilt, wobei die Siegerin und der Sieger jeweils 110.000 US-Dollar erhalten.

Also muss es doch andere Gründe für die breite Masse der Triathleten geben, als eben das Preisgeld. Und diese Gründe gibt es zur Genüge. Kurz gesagt ist es der „Mythos Hawaii“, der eigene Kampf gegen die 3,86 km lange Schwimmstrecke im Pazifischen Ozean, gegen die Wellen, gegen die vielfachen Behinderungen, gegen das 180 km Einzelzeitfahren - überwiegend draußen allein in der schwarzen, heißen und oft verdammt windigen Lavawüste, gegen die erbarmungslos vom blauen Himmel brennende Sonne auf der 42,195 km langen Marathonstrecke, gegen, gegen, gegen.

Vereinfacht gesagt ist es ein Kampf gegen die 226 km lange Strecke und gegen die einmaligen klimatischen Bedingungen wie Hitze, Wind und Wellen auf Hawaii. All dieses drückt sich in der Faszination „Ironman-Hawaii“ aus. Und diese ist heute genauso groß wie vor 20 Jahren bei meinem ersten Start auf Hawaii. Dieser „Mythos Hawaii“ hat sich auch bei der 29. Auflage des Ironman keineswegs verändert.

Hannes Blaschke, der 1985 als erster Deutscher Triathlet auf Hawaii mit seinem vierten Platz für Furore sorgte, schrieb mir vor 20 Jahren das Vorwort in mein erstes Triathlonbuch „Mein Abenteuer Hawaii-Triathlon“.

Darin heißt es u.a. „Jeder Teilnehmer auf Hawaii versucht sein Bestes zu geben. Es ist eigentlich egal, ob er nun neun oder sechszehn Stunden für die 226 km benötigt. Hauptsache er kann vor sich selber bestehen. Dramatische Ereignisse an der Strecke zeigen deutlich, dass der Hawaii Ironman für den Spitzenathleten wie für den, der „nur durchkommen will“, ein Abenteuer darstellt: da sieht man Athleten heulend vor Schmerz oder Freude an der Strecke stehen, andere starren aphatisch in die Lavawüste oder wieder andere tanzen im Siegesrausch über die Ziellinie. Das sind alles äußere Erscheinungsformen einer körperlichen und geistigen Extremsituation“.

Wie eindrucksvoll und tiefgreifend das kalkulierbare Abenteuer Ironman-Hawaii für die Athleten ist, welche Gedanken, Probleme und Gefühle einen Triathleten während eines Ironman-Wettkampfes auf Hawaii bewegen, darüber habe ich in meinem Buch „Triathlontraining für Master“, Kapitel „Der magische Tag X“, ausführlich berichtet.

Zurück zum sportlichen Geschehen:

Altersklassen: Weltmeistertitel für Lang und Humbold
Wie eine Horde wilder Lemminge durchpflügen die 1600 Athleten in breiter Front den Pazifik. Vorne die ambitionierten Alterklassenathleten, die sich eine Platzierung auf dem heiß begehrten Ironmanpodium, welches nicht wie üblich nur drei Athleten umfasst, sondern auf Hawaii eben Platz bietet für die ersten sechs jeder Altersklasse. Dazu gehören auch die jungen Athleten, die sich durch eine gute Zeit Aussichten auf einen Profivertrag ausrechnen dürfen. Zu diesen hoffnungsvollen jungen Leuten gehört zweifelsohne der 25-jährige Reutlinger Michael Göhner. Er, der junge Bankkaufmann, der im Vorjahr bereits die Altersklasse 18-24 in 9:32 h gewonnen hat und mit Rang 32 stark auf sich aufmerksam gemacht hat, wollte es diesmal besonders gut machen. Obwohl er, voll berufstätig, im Mittel nur etwa 15 Stunden pro Woche trainieren kann, hatte er sich viel vorgenommen.

Mit dem für mitteleuropäische Verhältnisse sehr bewegten Wasser des Pazifiks hatten dann auch etliche Teilnehmer ihre Probleme. Allerdings stehen als erlaubte Schwimmzeit 2:20 h zur Verfügung. Bis auf wenige Ausnahmen schafften das auch alle.
Das gesamte Feld der 1800 Triathleten, darunter auch 400 Frauen, hatte sich bereits nach dem Schwimmen weit auseinander gezogen. Immerhin waren allein 160 Teilnehmer älter als 60 Jahre, 25 sogar älter als 70 Jahre und ein Athlet gar 80 Jahre alt. Sie alle versuchten den Ironman Hawaii in weniger als 17 Stunden zu bewältigen. Bislang war es noch keinem 80-jährigen vergönnt gewesen, das Ziel in Kailua-Kona zu erreichen. Um es vorwegzunehmen, der Mann aus den USA, 80 Jahre alt, namens Robert McKeague schaffte tatsächlich, den Ironman Hawaii in 16:21:55 h als 1669., kurz hinter der 75-jährigen schnellsten Nonne der Welt, Sister Madonna Buder aus den USA, die als 1651. in erstaunlichen 15:54:16 h finishte.

Nach dem Schwimmen folgten die berühmt-berüchtigten 180 km durch die Lavawüste von Big-Island, der größten der Hawaii-Inseln. Allerdings meinte es der ansonsten heftig wehende Mumuku-Wind an diesem Tage recht gut mit den Athleten. Die mittlerweile brennende Sonne begleitete dann die große Zahl der Triathleten zum 90 km entfernt liegenden Wendepunkt nach Hawi. Lavafeld mit SchriftzugFür Abwechslung sorgten in dieser kaum von Zuschauern besuchten Region nur noch die mit weißen Steinen auf den schwarzen Lavafeldern hinterlegten Anfeuerungsrufe. Hier heißt es sich die Kräfte gut einzuteilen, um den abschließenden 42,195 km langen Marathonlauf noch gut zu überstehen. Was nützt einem eine tolle Radzeit, wenn man dafür auf der Laufstrecke arg büßen muss. Daher ist gerade beim radfahren viel, sehr viel Geduld erforderlich, um den Gesamterfolg nicht zu gefährden. Mitentscheidend ist während dieser Phase auch die Getränke- und Verpflegungsaufnahme, die regelmäßig erfolgen muss. Mögliche Raddefekte sind hier beim Einzelzeitfahren selbst zu beheben. Für den ältesten deutschen Teilnehmer, den 76-jährigen Triathleten und Weltumradler Gerhard Kraus aus Feldafinger, war nach einem Radsturz das Rennen bereits beendet. Leider gehörte dieser sympatische Sportmann zu den 55 Teilnehmern, die nicht die Ziellinie überquerten.

Erstaunlich wenig, wenn man die Distanz und die äußeren Bedingungen beachtet. Dies ist ein Zeichen dafür, wie gut sich die Teilnehmer sich auf diese große sportliche Herausforderung eingestellt haben. Also nur ganze drei Prozent erreichten in diesem Jahr nicht die Finishline in Kailua-Kona. Zu den nicht erfolgreichen Athleten gehören leider auch die deutschen Profis Norman Stadler, Jürgen Zäck und Nina Walter.

Der abschließende Marathonlauf, der für die meisten Athleten in der vollen Mittagshitze beginnt, stellt an alle Teilnehmer die größte sportliche Herausforderung. Durch einige Streckenänderungen in den letzten Jahren verlaufen zumindest die ersten 15 und die letzten zwei Kilometer durch Kailua-Kona, ein Mittelstädtchen, dass in den ersten zwei Oktoberwochen völlig im Zeichen des Ironmans steht. Zu den zahlreichen Touristen kommen die 5.000 Helfer, die sich hier freiwillig und auf eigene Kosten, zur Verfügung stellen, sowie die 1.800 Teilnehmer und deren Angehörigen. Allein mehr als 1.000 deutschsprechende Menschen waren an den Ironmantagen auf Big-Island, der größten Insel des Archipels Hawaii, zu finden. Unter den 1.800 Teilnehmern stellten die Deutschen mit 211 Athletinnen und Athleten nach den USA mit 876 Teilnehmern das zweitstärkste Kontingent. Hinzu kamen 57 Schweizer und 36 Österreicher.

Ab dem frühen Nachmittag dann Hochstimmung im Zielbereich am Pier von Kailua-Kona. Neben den Profis erreichten auch die sehr gut trainierten Athleten nach und nach das Ziel. Viele Triathleten bereits nach acht bis elf Stunden als sogenannten Daylighfinisher. Genau 915 Finisher dürfen sich in diesem Jahr als inoffizielle Daylightfinisher bezeichnen. Um 18 Uhr, nach elf Wettkampfstunden, wird es dann in kurzer Zeit stockfinster und alle auf der Strecke befindlichen Triathleten erhalten entsprechende Glühstäbe.

Für jeden Triathleten geht somit ein großer Traum in Erfüllung, eben Finisher des Ironman-Hawaii zu sei. Nach all den Strapazen auf den 226 Kilometern fragen deshalb nur wenige Athleten nach der erreichten Zeit, nach der Gesamt- oder Altersklassenplatzierung. Oberstes Ziel ist halt das „finishen“, das Ziel aus eigener Muskelkraft schwimmend, Rad fahrend und laufend erreicht zu haben ist für jeden eine große Genugtuung.

Aus diesen Gründen gibt es wohl weltweit nirgends so viele glückliche, stolze und zufriedene Athleten wie eben beim Ironman auf Hawaii. Mit Recht auch!

Der Hammer Triathlet Jörg Wagner jubelt: Er finishte beim Ironman Hawaii - Foto Hermann Aschwer
Welch großer Aufwand für manche Athleten bereits im Vorfeld erforderlich ist, um sich für den Ironman Hawaii zu qualifizieren, mag das Beispiel Jörg Wagner aus Hamm verdeutlichen:
  • 3. Juli 2005 Ironman-Austria, 9:26 h in der Altersklasse M30-34 die Qualifikation knapp verfehlt.
  • 28.8.2005 Ironman Kanada in 10:02 h und Qualifikation für Hawaii.
  • Dann am 15.10.2005 die Erfüllung seines bisherigen Lebenstraums: Finish auf Hawaii in 10:28:12 h.
In den Altersklassen gab es auf Hawaii auch zwei deutsche Ironman-Weltmeister, Alexander Lang und Reinhold Humbold, und viele weitere hervorragende Platzierungen deutscher-, schweizer- und österreichischer Triathleten zu verzeichnen.
  • AK 35-39: 1. Platz für Alexander Lang in tollen 8:54:36h, (1:02 h/4:48 h/ 3:00 h)
  • AK 55-59: 1. Platz für Reinhold Humbold in erstaunlichen 9:47:29 h, (1:07 h/5:00 h/3:34 h).
Der 57-jährigen Reinhold Humbold aus Unterhaching verbesserte mit seiner Zeit die bisherige „Amateur-Rekordzeit“ auf Hawaii in der M55 um glatte 6 Minuten.

Weitere herausragende Leistungen in den Altersklassen:

Bei den weiblichen Triathleten:

  • W18: Rang 4 Jennifer Lehmler aus Arzbach in 10:55:10 h
  • W18. Rang 6 Barbie Tesar aus Kumberg (A) in 11:07:10 h
  • W25: Rang 4 Monika Stadlmann aus Kuchl (A) in 10:19:42 h
  • W25: Rang 6 Andrea Burri aus Roschach (CH) in 10:24:51 h
  • W35: Rang 6 Jasmin Räber aus Zürich (CH) in 10:31:59 h
  • W40: Rang 5 Cordula Gruber aus München in 10:30:57 h
  • W45: Rang 3 Maria Räther aus Weinheim in 10:43:44 h

Bei den männlichen Triathleten:

  • M18: Rang 5 Daniel Hehle aus Oberst in 9:43:14 h
  • M25: Rang 3 Michael Göhner aus Reutlingen in 8:56:18 h
  • M25: Rang 6 Frank Reimann aus Lüneburg in 9:06:51 h
  • M30: Rang 4 Jürgen Meymann aus Ibbenbüren in 9:00:58 h
  • M30: Rang 6 Norbert König aus Ober-Grafend (A) in 9:06:14 h
  • M35: Rang 4 Stephan Schwarze aus Austin in 9:02:39 h
  • M50: Rang 6 Hans-Ludwig Sattler aus Mainz in 10:17:39 h
  • M55: Rang 4 Johann Michelon aus Dornbirn (A) in 10:38:39 h
  • M55: Rang 5 Hansjörg Fässler aus Bachenbulach (CH) in 11:01:18 h
  • M60: Rang 3 Peter Stallknecht aus Landsberg in 11:08:32 h
  • M60: Rang 4 Gotthard Winkler aus Frechen in 11:27:33 h
  • M60: Rang 5 Gunther Dihsmaier aus Würzburg in 11:34:24 h
  • M60: Rang 6 Klaus Stutzer aus Frankfurt in 11:42:11 h
  • M65: Rang 2 Bernd Dorda aus Graz (A) in 12:01:34 h

Hermann Aschwer

 
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